Wat? Wer bist du denn?! Oder auch: Die 3-Monats-Spritze und ich





Joah, welch vergessener Gast bin ich doch auf meinem eigenen Blog? Ich würde ja jetzt sagen: es tut mir leid, dass ich fast ein Jahr keinen Ton von mir gegeben habe...ich gelobe Besserung und werde bald wieder regelmäßiger Posten...aber...NÖ! Ich hatte einfach keinen Bock. Und wenn mir nicht danach ist, dann brauch ich mich auch nicht zwingen. Und vllt werde ich auch nach diesem Beitrag wieder still und leise verschwinden...vllt aber auch nicht :)

Aber heute habe ich etwas zu sagen: viele Frauen und junge Mädchen beschäftigt immer das leidige Thema "Verhütung". Buuuuuhhh...Sex...ihh...wer macht denn sowas? Gibts das in Zeiten des mobilen Internets etwa noch ? Gibs :D Hat man mir so zugetragen. Jedenfalls entscheidet man sich früher oder später für eine Verhütungsmethode, meistens sind wir Frauen die Verantwortlichen (Männer müssen schließlich auch kein Kind auspressen) und müssen eben diese Entscheidung treffen. Heute möchte ich über meine Erfahrung mit Verhütung erzählen, speziell über die 3-Monats-Spritze.




Fall es jemanden gibt, der die 3-Monats-Spritze noch nicht kennt:
Es handelt sich um eine Fertigspritze, welche etwa alle 3 Monate (etwas vorher, vor Ablauf des dritten Monats) vom Frauenarzt verabreicht wird. Das ganze kommt dann so in Richtung Hüfte und tut eben weh, wie eine Spritze weh tut. Über die Wirkung will ich jetzt gar nicht sooo viel erzählen, nur dass es sich um ein Hormon handelt, welches verhindert, dass sich die Gebärmutterschleimhaut (das Zeug was wir jeden Monat während der Periode ausscheiden) richtig bildet. Und das bringt mich zu einem wesentlichen Punkt: die Periode bleibt aus. Ein Träumchen. Die Spritze gilt als sehr sicher und kostet etwa um die 30-40 Euro. Soviel dazu.

Ich habe mir die Spritze das erste Mal verschreiben lassen als ich um die 22/23 war. Verhütung für Faule, nenn ich das. Alle 3 Monate zum Doc und spritzen lassen. Fertig. Meine Tage blieben aus, nur gelegentliche Schmierblutungen kamen mal vor. Aber das war absolut nicht der Rede wert.
Nach wenigen Monaten der Einnahme hab ich angefangen zuzunehmen. Leise. Schleichend. Irgendwann waren es über 10 kg. Laut. Schreiend. Auf meinen Hüften. Meinen Frauenarzt habe ich drauf angesprochen, der jedoch hat gemeint, dass die Spritze auf keinen Fall schuld ist. Konnte ich nicht so richtig glauben, da ich schon ähnliche Erfahrungsberichte gelesen habe. Nun ja...ich bin kein Arzt, wollte es aber nicht unerwähnt lassen.
Es war an sich eine angenehme Verhütung. Vllt bisschen doof, wenn die Spritze fällig ist und plötzlich ist ganz unerwartet Weihnachten und alles hat geschlossen. Dann geht schon mal die Panik los, aber wer nicht ganz so ein Schussel ist wie ich, kriegt die Planung bestimmt besser hin :) Es war so angenehm, dass ich es ganze 4 Jahre durchgezogen habe.

Irgendwann hat mich aber die Ökophase erwischt und ich hab angefangen mich zu fragen, ob so viele Hormone gesund für meinen Körper sein können. Können sie natürlich nicht. Und da ich eine gesunde Partnerschaft führe und in den nächsten Jahren gerne Kinder hätte, habe ich beschlossen die Spritze abzusetzen. Und da begann der Horror. Etwa 2 Wochen nachdem ich meinen Stoff nicht bekommen habe, ging es richtig los. Kopfschmerzen direkt aus der Hölle, das ganze Gesicht voller Pickel, Morgendliches Kotzen, ständige Übelkeit, Stimmungsschwankungen vom Feinsten, Fressanfälle. Das ganze Programm einer frühen Schwangerschaft, nur ohne Schwangerschaft. Das alles hat mich etwa 2 Monate gequält, bis es endlich besser wurde. Nur meine Periode lies auf sich warten. 5 Monate lang. Was jedoch, noch gut ist. Bei meiner Freundin hat der Zyklus sich erst nach über einem Jahr eingestellt. Naja, zumindest dachte ich damals es wäre gut. War es nicht. Lieber hätte ich darauf verzichtet. Denn ich hab nicht einfach ganz normal ein paar Tage geblutet und dann wieder 3 bis 4 Wochen nicht. Die Bluterei hat sich teilweise über 2 Wochen gezogen und nach einer Woche Pause wieder angefangen. Es war dazu auch noch sehr viel Blut und höllische Schmerzen. Mein ganzer Zyklus war einfach nur noch gestört. Und dieser Zustand hat sich dann weitere 3-4 Monate hingezogen. Erst nach ca. 9 Monaten hat sich das ganze stabilisiert. Das wünsche ich meinem schlimmsten Feind nicht. Nach diesem Drama, habe ich wirklich Respekt vor hormonellen Verhütungsmitteln. Jede von uns sollte sich wirklich bewusst sein, welch großer Eingriff das in den eigenen Körper ist. Obwohl sie nicht das beste auf der Welt sind, greife ich nun zu den guten, alten Kondomen. Ich habe mir einen Verhütungscomputer besorgt und werde mit Hilfe der Temperatur/Kalendermethode (wann ist mein Eisprung? Wann kommen meine Tage? Wie fruchtbar bin ich gerade?) verhüten. Das mag zwar nicht der absolut sicherste Weg sein, aber wenn man sich in einer festen Partnerschaft befindet und eine mögliche Schwangerschaft keinen Weltuntergang darstellt, dann halte ich das für eine gute Methode. Und Ihr müsst nun eure eigene Entscheidung treffen.

Ich hoffe ich konnte mit diesem Post den Frauen dieser Welt etwas mitteilen und den Männern nicht allzu viele Alpträume bescheren :)





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